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Kinesiologie

Eine Einführung in die Kinesiologie

Kinesiologie (Griechisch: "kinesis" = Bewegung und "logos" = Lehre) ist die Lehre von der Bewegung und beschäftigt sich im engeren Sinne mit dem Zusammenspiel der Nerven, Muskeln und Knochen, ihrem Einfluss auf die Körperhaltung und Bewegungsabläufe.

Darüber hinaus arbeitet die Kinesiologie mit der seelischen, geistigen und übergeordneten spirituellen Ebene. Ihr Ziel ist es, Bewegung in festgefahrene Emotionen, Denkweisen, Glaubenssysteme und Verhaltensmuster zu bringen, um den Menschen seine Balance, seine Mitte und seinen Platz im Kosmos finden zu lassen.

Diese verschiedenen Ebenen werden über die Meridianenergie – der Grenze zwischen grob- und feinstofflichem Körper – verbunden. Die energetische Ebene ist der biochemischen, stofflichen Ebene übergeordnet. Egal, wo angesetzt wird – alles hat Wechselwirkung über diese Lebensenergie auf andere Ebenen. So können unterschiedliche Ansätze letztendlich zum gleichen Ziel führen.

Aus der chiropraktischen Entwicklung heraus arbeitet die Kinesiologie auf der körperlichen Ebene bei verspannten hypertonen Muskeln oder geschwächten hypotonen Muskeln mit verschiedenen Korrekturen, die von Dr. Georg Goodheart entwickelt wurden.

Frank Chapmann entdeckte die neurolymphatischen Reflexpunkte und erkannte, dass eine Massage dieser Punkte die Entgiftung der Lymphe anregt. Goodheart stellte dann die Verbindung der einzelnen Punkte zu den entsprechenden Muskeln her.

Terrence Bennet erforschte die neurovasculären Kontaktpunkte. Bestimmte Punkte am Kopf rufen bei sanfter Berührung eine verstärkte Durchblutung des Gehirnareals hervor. Auch hier konnte Goodheart die Verbindung zu entsprechenden Muskeln herstellen.

Anfang der 70er Jahre gelang es Dr. Goodheart, aus dem Akupunktursystem der Chinesen über die Meridiane und ihre Verbindung zu Organen die Zuordnung zu bestimmten Muskeln zu finden. Durch Streichen der Meridianverläufe oder Halten von Anfangs- und Endpunkten des Meridians wird ein abgeschalteter Muskel gestärkt.

Des Weiteren werden Haltungsschwächen, Fehlstellungen und Reflexe der Bewegungsabläufe getestet und durch Korrekturtechniken behoben. Diese Blockaden, die sich auf der geistig-seelischen Ebene auswirken, führen zu Lernschwierigkeiten und können zum Hindernis in der persönlichen Entwicklung werden.

Darüber hinaus kann jeder Muskel als Indikator eingesetzt werden, als eine Art Biofeedback-Instrument. Der Indikatormuskel reagiert als Antwort des Körpers auf einen Reiz oder Stress. So können z.B. getestet werden: Nahrungsmittel, Medikamente, Schadstoffe, Testsätze mit Toxinen, Viren, Bakterien und Parasiten.

Die Kinesiologie beachtet das Symptom und stellt dann die Verbindung zur Ursache her, um aus dem ganzheitlichen Ansatz den Menschen zu heilen.

Diese universalen Möglichkeiten des diagnostischen und therapeutischen Vorgehens haben zu einer raschen Ausbreitung der Kinesiologie in der ganzen Welt geführt. Das Grundlagenbuch "Touch for Health" von J.F. Thie – einem engen Mitarbeiter von Dr. George Goodheart - wurde in 14 Sprachen übersetzt, und in über 50 Ländern der Erde wird nach internationalen Standards diese Methode gelehrt.

Kinesiologie ist in viele Berufsfelder integriert und weiterentwickelt worden, so dass heute weltweit sehr verschiedene Methoden eingesetzt werden:  Körperintegrierte Kinesiologie Touch for Health für die körperliche Ebene, Pädagogische Kinesiologie Brain Gym  für die geistige Ebene zur Förderung der Lernfähigkeit, und Emotionale Kinesiologie Three in One Concepts  für die psychische Ebene. Die Methode  Stress Release – basierend auf der Arbeit von Hans Selye, dass Stress eine nichtspezifische Reaktion des Körpers auf jede an ihn gerichtete Anforderung ist – zeigt auf, dass die Menschen unterschiedlich auf diese Anforderungen reagieren und eine Kaskade von körperlichen Reaktionen abläuft, die letztendlich eine Krankheit hervorrufen. Mit Hilfe des Muskeltests können Stressoren identifiziert werden und Korrekturen eingesetzt werden. Daraus haben sich weitere Methoden entwickelt.

Der kinesiologische Muskeltest hat den Vorteil, dass der Patient direkt am Geschehen beteiligt ist und Testergebnis und Korrektur selbst spürt und prüfen kann. Voraussetzung ist, dass der Patient auf der bewussten und unbewussten Ebene einverstanden ist und gesund werden will.

Literatur:
Touch for Health
, J.F. Thie, Irisiana Verlag
Kinesiologie, Kim da Silva, Knaur Verlag


Vorwort von Ingeborg L. Weber
 
 
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